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Nizza: Mit der Straßenbahn durch die Welten einer kleinen Großstadt

Strand Stadt Meer

Nach einem aufwändigen Stadtumbau erstrahlt die Perle der Côte d’Azur in neuem Glanz: Die einst chronisch verstopfte Hauptstraße Jean Médecin präsentiert sich heute als hübsche Meile für Fußgänger. 2015 ist ihr letzter Abschnitt fertig gestellt worden. Zwischen Altstadt und Hafen entsteht ein neues Künstler- und Ausgehviertel und den alten betongrautristen Busbahnhof hat man in einem Park mit Wasserspielen verwandelt.

Entdecken lässt sich Nissa, La Bella, die Schöne am besten zu Fuß, mit einem der städtischen Mietfahrräder „vélo bleu“ oder mit der neuen silbergrauen Straßenbahn, die die Stadt in einem weiten U-förmigen Bogen durchquert.

© Atout France

Vom Hauptbahnhof ist es eine Station zur Place Général de Gaulle im Viertel Libération. Hier kaufen die Einheimischen vormittags gerne auf dem Markt ein. Viele holen sich am Kiosk von Tintin ein Pan Bagnat (wörtlich: nasses Brot, ein Sandwich mit Olivenöl, Tomatensoße, Thunfisch, Ei und Salat für rund 3,50 Euro).

Den bald 150 Jahre alten Südbahnhof nebenan hat die Stadt zu einer modernen Bibliothek mit kostenlosen Internetzugängen umgebaut; seine verspielte Fassade in einem Stilmix aus Klassizismus, Belle Epoque und Jugendstil restauriert. Touristen verirren sich selten in die Wohnviertel nördlich der Bahnlinie, wo die Balkone stuckverzierter vier- und fünfstöckige Wohnhäuser verschlungene schmiedeeiserne Geländer tragen. Einen Euro kostet die Fahrt mit der Straßenbahn zurück in die Stadt (das Ticket gilt solange, bis man aussteigt).

Alle zwei, drei Minuten kommt eine der glitzernden Bahnen. Ein Stehplatz am Fenster bietet beste Aussicht auf die meisten Sehenswürdigkeiten: Die Fußgängerzone Jean Médecin mit ihren schicken Geschäften, weitläufiger, schwarz-weiß gepflasterter, arkadengesäumter Platz zwischen pastellfarben gestrichenen italienischen Palazzi. Der Park, der hier beginnt, hat dem Bett des ausgetrockneten Flüsschens Paillon ein neues Leben geschenkt.

Der Weg führt vorbei an zahlreichen Wasserspielen zum Museum MAMAC (Musée d’Art Modern et d’Art Contemporain). Auf der Terrasse in der obersten Etage schauen Besucher über die roten Ziegeldächer von Nizza sowie auf ein nettes Restaurant der Gegend: Das Lou Balico (22, ave Saint Jean Baptiste, Probiermenü mit fünf kleinen Gängen quer durchs Rezeptbuch für 35 Euro) trägt das Label „Cuisine Nissarde“ (Nizzaer Küche), ein Gütesiegel für einheimische Leckereien wie Gnocchi mit Mangoldsoße. „Wir haben die Rezepte meiner Schwiegermutter unverändert übernommen“, versichert Inhaberin Sara Issautier. Sie zeigt ihren Gästen einen getrockneten Stockfisch. Daraus bereitet ihre Küche ein feines Ragout.

Von hier sind es keine zehn Minuten zu Fuß an die Promenade des Anglais, der Strandpromenade an der Engelsbucht Baie des Anges. Skater und Radfahrer rauschen über den fernstraßenbreiten Bürgersteig: Platz genug für Sportler und Flaneure.

© Atout France

© Atout France

IMG_2299Ältere Damen tragen ihre mit reichlich Schminke restaurierten Gesichter der Sonne entgegen. Ihre Schoßhündchen hopsen auf den Strand und begutachten das türkisblaue Wasser: Zum Reinspringen ist es ein bisschen frisch. Auf den Kieselsteinen breiten Familien und junge Leute Picknickdecken aus. Mittagessen unter dem weiten Himmel, dessen Blau mit dem Türkis des Meeres um die Wette leuchtet.

OLIMAR Tipps:

Anreisen: z. B. mit Eurowings oder Air Berlin ab verschiedenen deutschen Flughäfen direkt nach Nizza. Buchbar über OLIMAR Reisen.
Übernachten:  

Hotel Ellington****: Stilvoll-modernisiertes Haus im historischen Stadtpalais und zentral in der Innenstadt gelegen. Ab 59 € p. P./Nacht im Doppelzimmer.

Hotel Nice Riviera****: Im Zentrum gelegenes Hotel mit kleinem Indoor-Pool, Jacuzzi und Sauna. Ab 58 € p. P./Nacht im Doppelzimmer mit Frühstück.

Freizeit: Greeter: Einheimische, die Besuchern gerne ihre Stadt zeigen: www.nice-greeters.com

Fahrrad- und Rollervermietung: www.loca-bike.fr

 

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Kategorie: Kulinarik & Genuss

von

Robert F.

Robert zieht als freier Autor, Reporter und Fotograf vor allem durch europäische, nordafrikanische und nahöstliche Städte. Je näher sie am Meer liegen, desto wohler fühlt er sich dort. Besonders liebt er Hafenstädte.

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