Autor: Viorica S.

Blick auf Bucht von Palermo

Palermo – Italiens Kulturhauptstadt 2018

Palermo, die Hauptstadt von Sizilien, ist seit jeher ein wahrer Schrein der Kultur. Das wissen all diejenigen, die staunend vor den goldenen Mosaiken des Normannenpalastes gestanden haben, den arabisch-normannischen Stil des Palazzo della Cuba bewundert haben oder sich über das wilde Herausbrechen von Mosaiksteinen im Kreuzgang von Monreale durch Touristen geärgert haben. Palermo ist nicht die Hauptstadt der Mafia sondern eine der Hauptstädte einer mühsam erkämpften Legalität und des Kampfes gegen mafiöse Machenschaften. Der italienische Stiefel reagiert nicht nur positiv auf die Ernennung der sizilianischen Metropole zur nationalen Kulturhauptstadt – es sei zu einfach für eine Stadt mit solch einem kulturellen Überfluss im Gepäck. Aber ist es denn jetzt gerade nicht mehr denn je wichtig, eben solche Orte hervorzuheben an denen sich Kulturen gekreuzt und wunderschöne Spuren hinterlassen haben, die sich heute feindselig gegenüberstehen? Wo man bis vor 30 Jahren noch alte Straßenschilder mit arabischen Schriftzügen lesen konnte, aber vor allem, wo sich die Bewohner täglich erfolgreich gegen eine Fremdbestimmung aus der Dunkelheit wehren. Und gerade trotz dieses weltberühmten kulturellen Erbes haben die Palermitaner noch …

Osterprozession Apulien

Ostern in Apulien – Mystik, Spektakel und wahre Verehrung

Rückbesinnung auf alte Traditionen und Spiritualität sind gerade zur Osterzeit wieder groß im Kommen. Wer dafür offen ist sollte über die Osterfeiertage unbedingt einmal eine Reise nach Apulien, an den „Stiefelabsatz Italiens“, einplanen. Doch anstelle der grossen Städte und Tourismusmagneten wie das barocke Lecce oder Alberobello mit seinen UNESCO-geschützten weissen Trullis  bieten sich zahlreiche kleine Orte zu einer solchen Erfahrung an, deren Namen dem breiten Publikum gar nicht bekannt sind. Wie zum Beispiel Ginosa in der Provinz von Taranto und gleich an der Grenze zur Basilicata gelegen. Der winzige Ort auf 240 Metern über dem Meer ist nur wenigen Eingeweihten wegen seiner „gravine“ bekannt, den canyonartigen waldbedeckten Einschnitten im Erdboden, die bis zu 200 Metern tief sein können. In diesem wilden Teil Apuliens, der sich bisher allen Einflüssen des modernen Lebens entziehen konnte findet, am Freitag und Samstag vor Ostern eine der beeindruckendsten Osterprozessionen Süditaliens statt. Im nur von Fackeln erleuchteten Stadtkern, mit einheimischen Darstellern in traditionellen Kostümen, Erzählern und Musikanten, unter Gesängen der schwarzgekleideten „pie donne“ – der frommen Frauen – und mit den …

Sizilien Agrigent Tempelruine

Neues aus dem Tal der Tempel auf Sizilien

Sizilien birgt faszinierende Relikte aus über 3.000 Jahren. Phönizier, Griechen, Römer, Araber und Normannen hinterließen hier ihre Spuren. Zu den „Must-sees“ zählt das von der UNESCO geschützte „Tal der Tempel“ bei Agrigent. Doch wer dachte, dass das Tempeltal in Agrigent keine Neuigkeiten mehr bieten kann, der hat sich gewaltig getäuscht. Jahrelang haben Archäologen und Historiker gerätselt und gegrübelt. Jezt endlich hat man es tatsächlich gefunden: Das alte Theater von Akragas, dem heutigen Agrigent, erbaut in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts vor Christus! Es befindet sich auf dem Hügel gegenüber der Tempel, neben der Kirche von San Nicola im römisch-hellenistischen Viertel und schaut auf das Meer. Und mit einem Durchmesser von 100 Metern ist es sogar noch größer, als man eigentlich erwartet hatte. Ein Leckerbissen für alle Archäologiefans und für die sizilianische Stadt ein Glücksfall, mit dem sie die Rekordbesucherzahlen von 2016 noch weiter steigern will. Doch ersteinmal muss jetzt weiter geschürft und gegraben werden… Übernachten im Tal der Tempel auf Sizilien Eine empfehlenswerte Unterkunft inmitten des Tals der Tempel – nicht nur geeignet für …

Karneval in Venedig, Kostümierte

Tipps für den legendären Karneval in Venedig

Der berühmte Karneval in Venedig ist unbedingt eine Reise wert! Über zwei Wochen lang ist die Lagunenstadt im Ausnahmezustand. Es gibt künstlerische und artistische Darbietungen, besonders stimmungsvolle Maskenbälle, und natürlich phantastisch kostümierte Gestalten, wohin man auch blickt. In 2016 findet das bunte Treiben vom 23.01 – 09.02. statt. Auf der offiziellen Internetseite www.carnevale.venezia.it  kann  man sich bereits durch das umfangreiche Programm blättern. Und ein Wenig Vorbereitung lohnt sich, denn der Karneval findet schließlich nicht nur auf der meist überfüllten Piazza San Marco und seiner Umgebung statt, sondern wirklich in allen Stadtteilen! Vor allem die Karnevalseröffnung auf dem Wasser am ersten Abend in Rio di Cannaregio  ist ein atemberaubendes Spektakel. Auch in Arsenale werden die alten Industrieanlagen mit speziellen Lichteffekten angestrahlt und die großen Gebäude füllen sich mit Musik, Theater und Street Food. Es gibt Wettbewerbe für die schönste Venezianerin und für die schönste Maske. Das Spektakel endet mit dem traditionellen „svolo del Leon“, dem Schwingen der Fahne mit dem venezianischen Löwen über dem Markusplatz. Wer sich etwas ganz Besonderes gönnen will, der sucht sich bereits …

Monteriggioni Rundreise Italien

Die Frankenstrasse in Italien – Auf den Spuren des Erzbischofs Sigerich

Die südeuropäischen Länder besinnen sich auf ihre Pilgerwege, Spaniens Jakobsweg ist ein touristisches Phänomen geworden, auch in Portugal wird der Weg nach Santiago, von Porto oder Lissabon aus, immer bekannter. Mit der Via Francigena – auch Frankenstraße genannt – steht Italien dem in nichts nach. Die Frankenstraße ist der Pilgerweg des Erzbischofs Sigerich, der auf seiner Reise von Canterbury nach Rom im Jahre 990 ein illustriertes Reisetagebuch führte, das es erlaubte diesen über 1000 km langen Weg zu rekonstruieren. Ab dem grossen San Bernardo schliesst er die von England kommende Frankenstrasse an Rom an und erfreut sich bei den Einheimischen inzwischen seit vielen Jahren grosser Beliebtheit. Seine Etappen bieten eine fast schwindelerregende landschaftliche und kulturelle Vielfalt, längs des Stiefels von den schneebedeckten Gipfeln der Alpen durch die Ebenen Norditaliens und die Hügellandschaften Mittelitaliens. Eine nationale Francigena-Gesellschaft mit Sitz in Piacenza sorgt mit detaillierten Informationen dafür, dass man eine Tour auf einem oder mehreren Abschnitten bestens im Voraus planen kann, und das nicht nur zu Fuss sondern auch mit dem Fahrrad. Wenn man es ernst mit …