Alle Artikel mit dem Schlagwort: Porto

Portwein: die Mutter der Weine

Eine hölzerne Fähre verbindet Portos Altstadt mit Vila Nova de Gaia auf der anderen Seite des Flusses. Dort reihen sich im Dauer-Schatten der nach Süden steil aufsteigenden Berge die Portwein-Kellereien berühmter Marken wie Ramos Pinto oder Sandeman aneinander. Die Winzer bauen die Trauben im oberen Douro-Tal rund 100 Kilometer flussaufwärts an. Dort wird es im Sommer wochenlang bis zu 45 Grad heiß und im Winter sehr kalt. 1756 erhielt das extrem trockene Weinbaugebiet als erstes weltweit die geschützte Herkunftsbezeichnung Domaine d’Origine Controlée D.O.C. Über Jahrhunderte brachten die Weinbauern ihre Ernte auf offenen hölzernen Segelbooten, den Rabelos, in Holzfässern den Fluss hinunter in die Kellereien von Vila Nova de Gaia. Seit Lastwagen diesen Job übernommen haben ruhen viele der historischen mit Weinfässern beladenen Boote als Dekoration am Flussufer. Nach zwei bis fünf Tagen stoppen die Kelterer die Fermentierung des Weins, indem sie rund 20 Prozent Branntwein hinzugeben. Blender mischen aus den verschiedenen Weinen in jeder Kellerei eigene Kreationen, die anschließend in Eichenfässern, Flaschen oder Stahltanks reifen. So entstehen die Sorten Ruby (rubinrot), Tawny (gelb-braun) und die …

Portugiesischer Jakobsweg: Pilgern an der Küste

Alle kennen den Pilgerweg des Heiligen Jakobus durch Nordspanien, kaum einer den durch Portugal. Das wollen wir ändern. Sonnenseiten-Redakteurin Evelyn sprach mit dem Autor Herbert Hirschler, der über seine Tour von Lissabons Küste über Porto nach Santiago gerade ein Buch veröffentlicht hat. Herr Hirschler, wann haben Sie zum ersten Mal vom portugiesischen Jakobsweg gehört? Das ist schon etwa fünf Jahre her. Damals vor meinem ersten Jakobsweg habe ich jede Menge Reiseberichte darüber „verschlungen“. 2010 war es dann endlich soweit: Ich pilgerte am nordspanischen Jakobsweg. 1.100 Kilometer von Hendaye in Frankreich über San Sebastian, Bilbao, Gijón und Ribadeo nach Santiago de Compostela und dann noch weiter nach Finisterre  und Muxia. Einmal Pilger, immer Pilger – seit dieser Zeit brannte es förmlich in mir, wieder mal auf einem Camino zu wandern. 2016 erfüllte sich dieser Traum ein zweites Mal und ich konnte mir wieder einen Monat Auszeit von Firma und Familie nehmen – zum Glück steht meine Frau hinter meinen abstrusen Ideen, und auch mit der Firma, in der ich hauptberuflich für die EDV zuständig bin, gab …

Tunas in Porto: Die studentischen Straßenmusik-Gruppen

Manchmal sieht und hört man sie in der Fußgängerzone Rúa Santa Catarina oder auf einem der größeren Plätze in der Altstadt: zehn, 15 junge Männer in weiten schwarzen Umhängen, die auf Gitarren, einem Kontrabass und anderen Instrumenten herzzerreißende Lieder spielen und dazu schmachtend von der Liebe und anderem Herzensleid singen. Obwohl ich nur einzelne Wörter verstehe, kriecht mir bei manchen Stücken eine Gänsehaut den Rücken hinauf. „Ursprünglich wollten die Studenten mit ihrer Musik vor allem die Mädchen bezirzen“, erzählt einer der jungen Männer grinsend und ergänzt auf meine Nachfrage: „Manchmal klappt es.“ Entstanden sind die singenden Studentenverbindungen an der Universität in Coimbra. Von dort kamen sie Mitte des 20. Jahrhunderts nach Porto. Ähnlich wie die Praxe (sprich Prasch) – die bizarr anmutenden Aufnahmerituale für Erstsemester. Die müssen vor den Älteren auf dem Boden kriechen oder Mutproben bestehen. Manche werden auch zur „Taufe“ in einen Brunnen geworfen. Musizierende Studenten Wie diese umstrittenen Rituale, bei denen immer wieder junge Leute verunglücken, dienen die Tuna genannten Musikgruppen der Gemeinschaft. Neudeutsch würde es „Teambuilding“ heißen. „Viele Studienanfänger fühlen sich …

Die Stadt Porto in Portugal

Sightseeing-Tipps für Porto

Porto – die kleine Schwester von Lissabon – wie die Stadt im Norden Portugals auch genannt wird. Wir haben zehn Tage hier verbracht und können sagen: Ja, da ist was dran. Porto ist die kleine Schwester, aber sie braucht sich nicht hinter der Hauptstadt zu verstecken! Die Lage ist ähnlich: Auch Porto befindet sich an einer Flußmündung und auch sonst hat Porto eine ganze Menge zu bieten. Die Altstadt ist noch komplett erhalten; zumindest stehen fast alle Häuser noch. Einige sind alt und verfallen, aber es wird auch gleichzeitig sehr viel gebaut und erneuert. Es lohnt sich auf jeden Fall, durch die Gassen und Straßen zu streifen und zu schlendern. Unser Tipp: Gehen Sie auf der einen Seite hin und auf der anderen zurück. Oft sind die Fassaden so üppig und schön gestaltet, dass man dies gar nicht erkennt, wenn man direkt daran vorbei läuft. Erst von der gegenüberliegenden Straßenseite hat man dann das Gesamtbild schön im Blick. Viele Geschäfte haben noch die alte Verkleidung. Und man sieht immer noch den Glanz der alten Tage. …