Kunst & Kultur, Land & Leute
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Lissabon von unten, Teil 3

Torero am Campo Pequeno in Lissabon

Fortsetzung von Lissabon von unten, Teil 2

Kleiner polierter Stein – das ist die ursprüngliche Bedeutung des arabischen Wortes „al zulaij“, aus dem sich das Wort AZULEJO ableitet.
Die berühmte Azulejo-Glasurtechnik wurde im Mittelalter von den Mauren in Portugal hinterlassen. Hier wurde sie dann im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt. In Lissabon sind viele verschiedene Gestaltungsformen zu finden, je nach Epoche und Geschmack. Auch heute noch werden ganze Gemälde auf kleine, quadratische Fliesen gebrannt.

Die Azulejos sind nicht nur gute feuchtigkeitsresistente Wärmeisolatoren – sie sind dekorativ nahezu allgegenwärtig und prägen Lissabon und den Alltag der Portugiesen. Oberirdisch glitzern sie im Sonnenlicht, aber auch unterirdisch sind sie ein wertvolles Dekorationsmittel.
Wie schon in den vorangegangenen Artikeln „Lissabon von unten“ beschrieben, sind viele dieser Kunstwerke in den Metrostationen Lissabons zu finden. Meist ganz bescheiden und klein, manchmal fast zu übersehen.

Beispielsweise Folgendes kann mit aufmerksamem Blick in den Metrostationen entdeckt werden:

Nächster Halt: Parque

Die Künstlerin Françoise Schein hat hier die portugiesischen „Entdeckungsfahrten“ und die „UN-Menschenrechtserklärung“ zum Thema gemacht.

Nächster Halt: Marquês de Pombal

Der Namensgeber der Haltestelle ist hier die Hauptperson. Marquês de Pombal organisierte nach dem Erdbeben 1755 den Wiederaufbau Lissabons. Goethe war zu dieser Zeit erst 6 Jahre alt, schrieb aber später, dass ihn dieses Erdbeben als Kind sehr erschüttert hätte. Wer genau hinsieht, kann hier daher auch Goethe entdecken (Künstler Menez).

Nächster Halt: Picoas

Martins Correia stellt Lissaboner Frauen, wie z.B. Straßenverkäuferinnen, dar.

Nächster Halt: Saldanha

Universelle menschliche Charaktereigenschaften sind hier dargestellt: der Mensch in Bewegung, die vier Elemente, die Jahreszeiten (Künstler Luis Filipe de Abreu).

Nächster Halt: Campo Pequeno

Nicht nur die Stierkampfarena „Praça de Touros do Campo Pequeno“, sondern auch die Frauen haben Francisco Simões hier inspiriert.

Nächster Halt: Cidade Universitária

Es befindet sich hier u.a eine Reproduktion des Bildes „Le Métro“ von Helena Viera da Silva, eine der bekanntesten portugiesischen Künstlerinnen. Damit erinnert sie an die Zeit des 2. Weltkrieges, in der die Bewohner von Paris vor den tödlichen Bomben in die Métro flüchteten.

Nächster Halt: Campo Grande

Tradition und Moderne wurden in Eduardo Nery’s Werk verbunden. Er hat historische Bilder dekonstruiert und neu zusammengesetzt. Sehen Sie selbst:

Metrostation Parque:
Estufa Fria (Gewächshaus): Öffnungszeiten im Winter 10:00-17:00 Uhr, im Sommer 10:00-19:00 Uhr
Parque Eduardo VII: der größte innerstädtische Park Lissabons

Metrostation Marquês de Pombal:
Parque Eduardo VII: der größte innerstädtische Park Lissabons
Avenida da Liberdade: Ausgang zum nördlichen Ende der Prachtstraße Lissabons. Diese geht 1100 m bis zum Zentrum, Restauradores (nähe Rossio).

Metrostation Campo Pequeno:
Stierkampfarena „Praça de Touros do Campo Pequeno“: eröffnet 1892 wird sie heute auch für andere Veranstaltungen, wie Konzerte, genutzt

Metrostation Campo Grande:
Estádio de Alvalade: das Heimstadion von Sporting Lisboa mit mehr als 50.000 Sitzplätzen

Karte von Lissabon mit den beschriebenen Metrostationen

Kategorie: Kunst & Kultur, Land & Leute

von

Margarete R.

Margarete ist für die Anlage der Stammdaten der OLIMAR Hotels zuständig. Sie ist passionierte Städtereisende – Lissabon liebt sie besonders. Als deutsche Portugiesin fühlt sie sich hier wie eine Portugiesin und Touristin zugleich, entdeckt immer wieder Neues. Die tollen Strände an Lissabons Küsten kombiniert sie gern mit ihrer Lissabon-Städtereise.

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