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Familienurlaub auf den Azoren – vom Baden im Dschungel und Schwimmen mit Delfinen

Baden Azoren

Was?? Du fährst mit deiner Familie auf die Azoren? Was machst du denn da? Die Azoren sind doch nichts für Kinder…! Ja, so verwundert reagierten Freunde auf unsere Urlaubswahl für den Sommer. Doch nun – nach einer Woche Familienurlaub auf den Azoren – können wir endlich voller Überzeugung schreiben: Dieses wunderbare Reiseziel ist sehr wohl bestens für einen Familienurlaub geeignet!

Die Idee, einen Familienurlaub auf den Azoren zu verbringen, entstand im November des Vorjahres. Gebucht haben wir unsere 1-wöchige Sommerferien-Reise dann im Januar.
Wir entschieden uns für den bequemen airberlin-Direktflug von Düsseldorf nach Ponta Delgada, die Hauptstadt der Azoren auf der größten Insel São Miguel. Hinzu kam noch ein Mietwagen und unser Lieblingshotel, das Caloura Resort Hotel ****. Dieses hat übrigens im März bei der Golden Wave Auszeichnung durch OLIMAR den 1. Platz  in der Katagorie „Landschafts- und Naturhotels“ belegt (mehr zur Auszeichnung und alle Preisträger der „Golden Wave“ finden Sie hier).

Tag eins: Nonstop-Flug und Entspannung im prämierten Azoren-Hotel

Frühes Aufstehen – und das im Urlaub -, schnell fertigmachen und los ging’s mit dem Auto zum Flughafen Düsseldorf. Nicht ganz pünktlich (wir warteten noch auf Gäste mit Zubringerflügen) startete dann der airberlin Nonstop-Flug im Airbus 321. Nach viereinhalb Stunden Flug landeten wir auf dem „Papst Johannes Paul II Flughafen“ von Ponta Delgada. Dadurch, dass der Flughafen „überschaubar“ ist, hielten wir unsere Koffer schnell in den Händen. Jetzt noch den Mietwagen entgegennehmen, den wir auch vorab gebucht hatten, und dann Richtung Hotel.

Hortensien-Azoren

Hortensien-Blütenpracht entlang der Straßen auf São Miguel

Weil hier die Uhren anders ticken (nämlich zwei Stunden zurück), waren wir schon ein wenig müde, wenngleich erst Mittagszeit war. Daher entschieden wir uns, den Rest des Ankunftstages entspannt im Hotel zu bleiben und den Pool zu testen.

Caloura Resort Hotel Außenansicht und Meerblick

Tag zwei: Endlich gibt’s das erste Dschungel-Bad

Ziel Nummer eins unseres siebenjährigen Sohnes im Azoren-Urlaub: „ich will im Dschungel schwimmen“. Klar, vor dem Urlaub hatten wir ihm beeindruckende Fotos gezeigt, u.a. vom dschungelähnlichen Naturschwimmbecken „Caldeira Velha“.

Ersteinmal entschieden wir uns jedoch für einen Ausflug nach Furnas. Eindeutig ein „Muss“, wenn man auf São Miguel ist. Nach gut 20-minütiger Autofahrt kamen wir in „Caldeiras da Lagoa das Furnas“ an. Der Ort, in dem der berühmte Eintopf „Cozido“ unter der Erde gekocht wird (s. auch hier: „Die Ostküste von São Miguel per Mietwagen„). Hier stinkt es dann erstmals nach Schwefel – der typische faule-Eier-Geruch. Über Holzstege geht man an den „brodelnden, stinkenden, qualmenden Quellen“ vorbei, die zudem noch merkwürdige Geräusche von sich geben. Genau das Richtige also für die zahlreichen Fragen eines Siebenjährigen. Direkt neben den Quellen lädt noch ein See zum Verweilen und Picknicken ein.

Brodelnde-Quellen-Azoren Furnas-Azoren Lago-Furnas-Azoren-Ufer

Nach diesem kleinen Ausflug sind wir dann endlich in ein „Dschungel-Schwimmbad“ gefahren, in das „Poca Da Dona Beija“ in Furnas (4€ Eintritt pro Person, Kinder bis 6 J. zahlen 3,5€). Ein super gepflegtes, modernes Naturschwimmbad mit Umkleiden, Duschen etc. und fünf verschiedenen Wasserbecken: vier davon sind 39 Grad warm, eines 28 Grad. Kurzum: ein Erlebnis!

Heiße-Quellen-Furnas-Azoren Thermalquelle-Azoren

Nach dem ausgiebigen Bad ging’s weiter zu den heißen Quellen von Furnas. Auch hier begeistert das Blubbern und das sprudelnde Wasser. Und auch hier wieder der Gestank der faulen Eier – Schwefel halt. In diesen Quellen werden Maiskolben erwärmt, die dann zum Verkauf angeboten werden. Einen Maiskolben gibt es für einen Euro. Ein Muss für unseren Sohn, der anfangs jedoch gar nicht wollte, denn er dachte, dass die Maiskolben auch nach Schwefel stinken. Tun sie aber glücklicherweise nicht. Zwei Maiskolben später haben wir dann die Rückfahrt angetreten, die von hier eine halbe Stunde dauert. Nachmittags war dann wieder der Hotelpool angesagt.

Tag drei: Delfin,-Hai- und Whale-Watching auf den Azoren

Heute war Whale-Watching angesagt. Den Ausflug hatten wir bereits vorab über OLIMAR Reisen gebucht, ein zeitiges Reservieren (spätestens am Anreisetag) macht vor allem in der Hauptsaison Sinn.
Um 13h startete das Briefing durch den Anbieter. Hier wurde uns erzählt, welche Wale und andere Lebewesen in den letzten Monaten gesichtet wurden und wer am Whale-Watching überhaupt teilnehmen darf (Schwangere, Herzkranke und Personen mit Rückenleiden nämlich nicht!). Auch haben wir gelernt, wieviel Abstand das Boot zum Wal haben muss, damit es nicht gestört wird.

Dann ging es schon los. Schwimmwesten (Pflicht!) wurden verteilt und auch Regenmäntel (die wir allerdings nicht angezogen haben, aber ok, dafür wurden wir nass).
Ab ging es dann aufs Boot, raus aus dem Hafen und schon kurz danach wurden wir von einem Fischerboot auf einen Hai aufmerksam gemacht, dessen Flosse man schön sehen konnte. Was das für ein Hai war? Keine Ahnung. Weiter ging’s…

Nach ein paar Minuten wurden wir von einem Delfinschwarm begleitet. Wir hielten kurz an und beobachteten die Delfine. Machen wir uns nichts vor: für Kinder ist ein solches Erlebnis „das Highlight“ schlechthin! Die Delfine schwammen quasi direkt an unserem Boot herum. Fuhr das Boot los, schwammen sie mit, fuhren wir schnell, schwammen sie schnell mit, zeigten uns ihre Kunststücke und sprangen aus dem Wasser. Es schien so, dass sie mit uns spielen. Ein kleines Video – hier sind sie allerdings etwas weiter weg – gibt es im Instagram-Account von OLIMAR (auch ohne Login ansehbar) – dem Account kann man ruhig folgen 😉

Whale Watching auf den Azoren - Delfine schwimmen im Wasser

© Visit Azores

Weiter ging es mit dem Boot aufs Meer hinaus, heute Richtung Westen. Denn offenbar war ein Wal gesichtet worden. Und tatsächlich, nach langem Warten und Suchen sehen wir zwei Finnwale. Irgendwie fehlen mir hier aber die Worte das zu beschreiben: am besten ist es, man macht so einen Ausflug selbst einmal mit. Eine interessante Übersicht über „Sanftes Whale Watching“ auf den Azoren und dazu, welche Tiere wann wo gesehen wurden, findet man hier: http://www.monicet.net/en

Fazit des Tages: Der Ausflug hat sich mehr als gelohnt. Ein Hai, zwei Wale, jede Menge Delfine und eine schöne Bootstour! Einen Sonnenseiten-Artikel, der sich ausschließlich dem Whale-Watching auf den Azoren widmet, lesen Sie hier.

Tag vier: Baden im 40°C warmen Atlantik

Heute war das Wetter in Caloura nicht so schön, von daher ging es in den Westen. Genauer: zu den beiden Kraterseen bei Sete Cidades und dann in das Naturschwimmbad „Termas da Ferraria“. Die Fahrt zu den beiden Kraterseen dauerte von uns aus ca. 40 Minuten. Dadurch, dass das Wetter nicht so mitspielte, hatte man keine so schönen Ausblicke. Hier lässt sich bei schönem Wetter DAS Azoren-Fotomotiv schlechthin knipsen: die beiden Seen, die in sattem blau und grün schimmern (hier gibt’s einen Sonnenseiten-Artikel zur Umrundung der beiden Seen).

Sete Cidades auf den Azoren Blumen und See

So sehen die zwei berühmten Seen bei schönem Wetter aus… der Anblick war uns leider nicht vergönnt.

Wir fuhren bald weiter Richtung Westen zum Naturschwimmbad „Termas da Ferraria“. Nochmal galt es, eine knappe halbe Stunde zu fahren. Wir wissen nicht, ob es am Samstag lag, aber der Parkplatz war voll, das Schwimmbad auch. Wir kamen uns daher hier erstmals wie richtige Touristen vor. Ein Gefühl, dass wir in den Tagen zuvor so nicht hatten. So viele Menschen hätten wir hier nicht erwartet. Aber. Der Besuch lohnt! Wirklich. Man muss zwar ein wenig über die Felsen klettern (was aber für jedermann machbar ist), um dann über eine Leiter in das Wasser hinabzusteigen. Und ja: obwohl von hier nur der unendliche, schroffe Atlantik zu sehen ist: das Wasser war warm. Und wie! Je nachdem, wo man in diesem „Schwimmbad“ hinschwimmt, wechselte es zwischen angenehmen und von uns getippten 20 bis 40 Grad. Wenn man aus dem durch die Felsen leicht abgeschirmten warmen Becken Richtung Ozean rausschwamm, merkte man schnell: ok, da draußen sind es definitiv keine 20 Grad. Es gibt in den Termas da Ferraria Umkleiden, Duschen, Toiletten und eine kleine Bar. Der Eintritt in das Naturbecken ist frei. Die direkte Rückfahrt von hier zum Caloura Resort Hotel dauert gut 40 Minuten. Von jetzt an können wir sagen, dass wir im 40 Grad warmen Atlantik schwimmen waren!

Tag fünf: Mit Delfinen schwimmen auf den Azoren

Es ging wieder nach Ponta Delgada an den Hafen. Zur Ausflugsagentur Pico das Aventuras. Für heute hatten wir „Delfinschwimmen“ gebucht. Auch diese Aktivität ist im Voraus über OLIMAR Reisen hinzubuchbar.
Delfinschwimmen??? Ja, bitte keine Vorurteile gegen Delfinschwimmen auf den Azoren. Die Azoren sind ein Naturparadies und die Azoreaner wissen sehr wohl, dass man im Einklang mit der Natur leben muss. So auch mit den Delfinen. Es handelt sich hier um „wilde Delfine“ – also frei im Meer schwimmende Tiere. Sie werden nirgends festgehalten und auch nicht für dieses Schwimmen trainiert. Nein, wir fuhren mit dem Boot raus aufs offene Meer und warteten, bis ein Schwarm zum Boot kam. Schon oben habe ich geschrieben, dass sie wohl mit uns „spielen“ wollten. So schien das auch heute zu sein.
Hätten die Delfine nicht mit uns „schwimmen“ wollen, so wären sie wohl nicht zu uns gekommen, sondern einfach weggeschwommen… Stattdessen blieben sie bei unserem Boot.

Was bedeutet das nun, „Delfinschwimmen“? Ganz einfach: Wir bekamen einen dünnen, kurzärmligen Tauchanzug, Schnorchel und Tauchermaske. Schwammen die Delfine auf unser Boot zu, durften zwei Personen ins Wasser. Dies sollte möglichst „ruhig“ geschehen, also nicht springen, sondern eher ein Hineingleiten. Und dann hieß es: Kopf unter Wasser und die Delfine beobachten, die an einem vorbei schwammen. Ich selbst durfte heute 4x ins Wasser und die Delfine beobachten. Anfangs habe ich mich ein wenig schwer getan. Ins kalte Wasser. Mit nur einer anderen Person. Echte, „wilde“ Tiere um einen herum. Unter einem sind es 500 bis 1.000 Meter bis zum Meeresboden. Aber dieses „Neue“ legte sich schnell, denn die Delfine waren derart faszinierend! Ich habe noch auf dem Boot überlegt, wie man dieses Gefühl beschreiben könnte. Doch es geht nicht, man muss es einfach mal erlebt haben. Das Reingleiten ins Wasser, dann der kristallklare, blaue Ozean um einen herum. Und natürlich die Delfine. Auf Instagram hab ich kurzerhand nur „Irre!“ geschrieben. Ja, und so ist es auch. Ein unglaublich faszinierendes Erlebnis!

Tipp: Kinder, die mit den Delfinen schwimmen möchten, sollten vorher unbedingt schon mal geschnorchelt haben und im Meer geschwommen sein (nicht nur in der Brandung getobt).

Tag sechs: Missglückter Insel-Ausflug

Oh je, schon unser letzter Tag. Denn unsere Reise sollte uns noch auf eine weitere Insel führen. Morgen würden wir São Miguel verlassen. Von daher hieß es heute: ab auf die „Ilheu da Vila“. Eine kleine, vorgelagerte Insel vor Vila Franca do Campo, nur ca. 5km vom Caloura Resort Hotel entfernt.

Auf diese kleine Insel gelangt man 1x stündlich mit einem kleinen Bötchen. Die Insel ist eigentlich nur ein Vulkanschlot, an einer kleinen Stelle mit dem Meer verbunden, so dass hier das Meerwasser rein (und raus) fließen kann. So geschützt, dass das Wasser im Schlot schön warm ist. Ideal also um zu schnorcheln!

Die Insel ist inzwischen auch bekannt durch das jährlich stattfindende Red Bull Cliff Diving. OK, die Klippenspringer springen ausserhalb des Kraters ins Wasser. Nicht dort also, wo wir uns mit den Kindern aufhalten wollten…

Als wir am Ticketstand kurz vor 12h mittags ankamen hieß es, dass die Fähre um 12h (die zu jeder vollen Stunde geht – zurück dann je um zehn nach) schon voll sei und wir erst um 13h mit auf die Insel kämen. Also: Tickets gekauft (Erwachsene 5€, Kinder bis 10 Jahren fahren gratis), einen kleinen Bummel durch den Hafen gemacht und dann um zehn vor eins wieder an die Ablegestelle. Doch was war da los? Eine elend lange Schlange. OK, Ende Juli ist Hochsaison…. Es schien, dass wir die Fähre erneut wegen „Überfüllung“ nicht bekommen. So war es dann auch leider. Also: zurück zum Ticketschalter, Geld zurück, keine Insel.

Schade, denn dieser Ausflug lohnt sich sehr (ich war vor 9 Jahren schon vor Ort). Tipp daher für alle: nicht mittags, sondern schon vormittags kommen! Wie gesagt, das gilt für die Hochsaison.

Kurzum entschlossen wir uns, zur „Caldeira Velha“ zu fahren. Ein weiteres Naturschwimmbad. Oder wie mein Sohn es sagt: „das Dschungel-Schwimmbad“. Erwachsene zahlen hier 2€ Eintritt, Kinder 1€. Und was bekommt man hier? Zwei Becken, eins mit einem kleinen Wasserfall und ca. 28 Grad warm, ein anderes wieder mit angenehmen 39 Grad… Und natürlich: jede Menge Natur! Übrigens auch bestens gepflegt. Sattes Grün wohin man schaut. Dazu kommt, dass die Caldeira Velha an einem Berghang liegt und es daher öfters regnet. So auch bei unserem Besuch. Ich weiß nicht, ob ich es in diesem Artikel schon geschrieben habe, aber: ein Besuch ist absolut empfehlenswert!! Umkleiden und Duschen sind natürlich vorhanden.

Da der Himmel zugezogen war, lohnte die Weiterfahrt hoch zum Lagoa do Fogo nicht. Wir haben es trotzdem versucht: und sahen „nichts“. Egal. Immer noch fasziniert vom Dschungel ging es nun zurück ins Hotel. Koffer packen.

Eins darf ich aber noch loswerden: Kinder sind in Portugal, so auch auf den Azoren, immer höchst willkommen! Ein paar Hotelgäste sahen das allerdings anders und monierten, dass man in den Pool springt und mit einem Wasserball spielt. Tja…

Kategorie: Aktiv & Natur, Land & Leute

von

Pascal Zahn

Pascal Zahn ist OLIMAR-Geschäftsführer für die Bereiche Verkauf und IT. Sein Herz schlägt für Portugal, denn bereits seit seiner Kindheit verbringt er fast jeden Urlaub dort. Für die Sonnenseiten berichtet er von seinen Erfahrungen und Erlebnissen in puncto Familienurlaub in Portugal.

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