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Eine Woche Lissabon und Umgebung

Lissabon Brunnen

Nach über einer Woche an der Algarve ging es für Monika und Achim Meurer im September weiter Richtung Lissabon. Hier ihr mit vielen Tipps und Infos gespickter Bericht über ihre Zeit in Lissabon und Umgebung:

Unsere Ankunft mit dem Mietwagen in Lissabon ist etwas abenteuerlich. Durch einen eine Abstecher nach Évora im Alentejo ist es nicht nur schon relativ spät, sondern auch der Verkehr ist hier in der Hauptstadt plötzlich ganz anders. Eher südländisch. Es gibt in Lissabon zwar Ampeln und Fahrspuren und Kreisverkehre, aber das wird auch öfters nicht ganz so ernst genommen, merken wir schnell.

Die Stadt Evora in Portugal

Blick über Évora, die von der UNESCO geschützte Stadt im Alentejo

Glücklicherweise gibt es in unserem Hotel ein Parkgarage. Und nach einem einmaligen Versuch, mit dem Mietwagen in Lissabon irgendwohin zu kommen, haben wir den Rest der Woche auf Metro, Tuk-Tuk und Taxis gesetzt. Können wir nur empfehlen. Vor allem für denjenigen, die nicht so gerne in turbulentem Verkehr unterwegs sind. Taxis sind in Lissabon erschwinglich und die Fahrer, die wir hatten, waren alle nett und fair.

Die Altstadt von Lissabon

Spaziergang durch Lissabon

Also gut. Auf geht’s in die Innenstadt. Sieben Stationen mit der Metro. Wir landen mitten im Zentrum und erkunden die Plätze und Straßen. Lassen uns bis zum Hafengebiet treiben über große Prachtstraßen mit Läden und Restaurants rechts und links.

Die Altstadt von Lissabon

Überall ist dieses zweifarbige Straßenpflaster mit Mustern in schwarz und weiß. Immer wieder neue Figuren und geometrische Formen. Selbst die schmalsten Wege sind mit Mustern verziert. Unglaublich.

Die Altstadt von Lissabon Die Altstadt von Lissabon

Überall auch Fliesen. Voll verflieste Häuser mit verschnörkelten Balkongeländern. Simse, Türen mit Türklopfern. Alles alt. Und sehr sehr romantisch. Unser Tipp: Öfter mal nach oben gucken. Aber aufpassen, das Pflaster ist nicht ebenmäßig. Also besser stehen bleiben und gucken.

Wir gehen über riesige Plätze und suchen jedoch vergeblich nach einer Bank, um dort entspannt zu sitzen und auszuruhen oder Leute anzugucken. Auf manchen Plätzen gibt es Brunnen, auf anderen Statuen oder andere Erinnerungen an vergangene Zeiten. Doch keine Bank. Daher kehren wir öfters ein, denn es gibt überall kleine Läden und an jeder Ecke etwas zu essen. Ein Bica – ein kleiner Espresso – geht immer. Besonders gern wählen wir die ganz kleinen Cafés und Läden, in denen hauptsächlich Einheimische anzutreffen sind. Hier gibt es auch oft gratis WLAN.

Die Altstadt von Lissabon Die Altstadt von Lissabon Die Altstadt von Lissabon

Die meisten Portugiesen, die wir treffen, sprechen super Englisch. Speisekarten und Schilder sind oft in mehreren Sprachen verfasst. Und ansonsten gehen auch Hände und Füße. Wir haben sehr viel Spaß.

Die Altstadt von Lissabon

Abstecher nach Belém

Natürlich führt unser Weg auch nach Belém. Ein sehr beliebtes, prachtvolles Viertel mit beeindruckendem Palast und Kloster. Hier soll es auch die besten Pastéis de Nata geben. Zumindest geht fast jeder dort einkaufen… (s. auch Artikel „Ab sofort kein Lissabon Besuch mehr ohne Pastéis de Belém.) Die Anlagen sind wirklich sehr beliebt und es kommen sehr viele Menschen hierher. Unser Tipp: Richtung Präsidentenpalast gehen. Dort gibt es eine Parkanlage und die Gassen und Straßen in 2. und 3. Reihe sind sehr viel ruhiger als die Wege entlang der Hauptstraße.

Besuch des Expogeländes von Lissabon

Ein kompletter Kontrast zu den alten Palästen von Belém ist das deutlich modernere Expogelände. Am anderen Ende von Lissabon gelegen, bietet es eine komplett andere Form der Architektur. Sehr beeindruckend sind die weit ausladenden Gebäude und man sieht heute noch, dass sie damals, 1998 im Jahr der Weltausstellung in Lissabon, architektonische Vorreiter waren.

Das Expo-Gelände in Lissabon in Portugal

Das Gelände ist sehr großzügig und üppig angelegt. Es gibt sehr viel Platz und große Freiflächen zwischen den einzelnen Gebäuden. Auch gibt es hier überall Bänke zum Verweilen und kleine Kioske mit Eis und Getränken. Zudem sind jede Menge Restaurants hier zu finden, so dass man sich gut auch länger aufhalten kann. Man sieht Angestellte, die hier ihre Mittagspause verbringen und viele Jogger. Da das Expogelände am Ufer des Tejo gelegen ist, gibt es auch eine Strandpromenade. Zwischen den verschiedenen Bürogebäuden und Wohnhäusern befinden sich ein paar beachtenswerte Museen und auch das größte Indoor-Aquarium Europas: das Oceanário de Lisboa.

Tagesausflug von Lissabon nach Sintra

Wenn man in der Hauptstadt Portugals ist, kann man dies sehr gut mit einem Tagesausflug nach Sintra verbinden. Hier kommt wieder unser Mietwagen zum Einsatz. In Sintra finden wir schnell einen sogar kostenlosen Parkplatz und spazieren zu Fuß zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es lohnt sich, durch die schmalen Straßen zu gehen oder die Treppen und Gassen zu nutzen. Unbedingt auch die Schilder beachten, die mit „look down“ oder ähnlich beschriftet sind. Hinter den Mauern und Hauseingängen kann sich entweder ein toller Blick über den Ort verbergen oder aber es ist dort eine gemütliche kleine Terrasse oder ein einladender Biergarten zu finden.

Beim Nationalpalast ist das touristische Zentrum Sintras. Hier müssen Polizisten den etwas chaotischen Verkehr regeln, denn es ist viel los! Der Palast selber, der Palácio Nacional de Sintra (nicht zu verwechseln mit dem etwas außerhalb gelegenen Schloss von Sintra) aus dem 14. Jahrhundert, ist nur mit einer Führung zu begehen (7 € pro Person). Doch das schöne Parkgelände der Quinta da Regaleira (gehört ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe) kann man auf eigene Faust durchstreifen. Das nutzen wir gleich aus! Am Eingang gibts doch noch eine kleine Schlange. Das kann aber auch damit zu tun haben, dass es einen kompletten Systemausfall gab und nun sämtliche Eintrittskarten handgeschrieben werden müssen.

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Mit dem Geländeplan in der Hand lassen wir uns durch den verwunschenen Park treiben. So kommen wir an verschiedenen Grotten und Brunnen vorbei, besuchen einen Wasserfall und natürlich auch den mehrere Stockwerke hohen Brunnenturm. Gar nicht so einfach, hier ein Foto zu machen. Wir stolpern durch dunkle Tunnel und gehen staunend durch die vielen, vielen Räume im Haupthaus. Es ist fast alles in dem gesamten Areal zugänglich und man kann bei den vielen kleinen Pfaden schon mal vom Weg abkommen. Glücklicherweise aber landen wir irgendwann immer wieder an einem bekannten Ort und finden uns wieder zurecht.

Außerhalb des Geländes gibt es eine Cafeteria. Mit der Eintrittskarte hat man jedoch problemlos anschließend wieder Zugang zum Park. Und so halten wir uns insgesamt recht lange im Park auf, denn es gibt wirklich viel zu sehen. Einfach beeindruckend, was sich die Leute früher alles zu ihrer Verlustierung ausgedacht haben.

Abstecher nach Azenhas do Mar und zum Cabo da Roca

Es zieht uns nach ein paar Stunden von Sintra weiter ins Örtchen Anzenhas do Mar. Dorthin nehmen wir einen kleinen Umweg, denn wieder einmal ist das Wort „Miradouro“ ausgeschildert. Wie fast immer lohnt sich auch dieser Aussichtspunkt, namens Santa Eufemia. Wirklich toller Ausblick. Auch wenn die Straße dorthin ziemlich abenteuerlich, weil schmal und steil und alt ist…

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Dann kommen wir endlich an in Azenhas do Mar. Das kleine Dorf klebt oben auf einer Klippe und unten am Strand gibt es ein Fischrestaurant mit Ausblick auf die donnernden Wellen. Pittoresk und ein tolles Fotomotiv. Das dortige Restaurant testen wir nicht, doch es soll sehr gut sein! Der Ausblick ist es auch.

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Wir fahren weiter entlang der Küste und bestaunen die Ausblicke. Unser nächstes Ziel ist eigentlich das Städtchen Cascais. Doch immer wieder bringen uns interessant klingende Ausschilderungen vom direkten Weg ab und führen dazu, dass wir immer wieder kleine Abstecher machen.

Zum Beispiel zum westlichsten Punkt Europas: Cabo da Roca. Mit Leuchtturm, dem obligatorischen Museum und sogar einer Bushaltestelle. Natürlich gibt es ein Schild mit ganz vielen Zahlen und Angaben für das obligatorische Beweisfoto. Die Klippen sind atemberaubend und ganz Mutige wagen sich hinter die Absperrung oder machen sogar ein Picknick an der Steilküste.

Unser nächster ungeplanter Abstecher sind die Dünen. Sie sind von der Straße aus nicht zu übersehen. Es gibt ein kleines Restaurant mit einem Informationszentrum und Parkplätzen. Von dort führen über den Sand lange Holzstege. Leider fehlt uns die Zeit, um diese mal entlang zu laufen. Das ist bestimmt interessant!

Endlich kommen wir dann doch noch in Cascais an. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Am Strand gibt es wegen eines Festivals einige Street Food Trucks und so probieren wir mal ein besonders innovatives portugiesisches Essen und verzehren es direkt am Strand. Sehr schön!

Mit dem Tuk-Tuk durch Lissabon

Zurück in Lissabon mieten wir uns ein Tuk-Tuk und fahren damit durch die Altstadt. Was für ein Spaß! Die kleinen, wendigen Mopeds kommen gut durch den Verkehr und dadurch fast überall hin.

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In manchen Ecken der Stadt sind sie allerdings verboten. Aber für einen schnellen Überblick der Sehenswürdigkeiten sind sie sehr geeignet. Ab und zu kann man auch mal aussteigen und sich umsehen oder Fotos machen und dann geht es weiter. Etwas kostspieliger aber gut. Die Fahrer wissen viel über die Stadt und seine Geschichte und sprechen gut Englisch.

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Lissabons Alfama Viertel

Bei der Festungsanlage Castelo de São Jorge lassen wir uns vom Tuk-Tuk absetzen und spazieren von dort aus zu Fuß über kleine schmale Gassen und Treppen ins Viertel Alfama. Hier können wir uns gar nicht satt sehen. Überall kleine Häuser mit Treppen und Stiegen. Blumentöpfe vor der Haustür. Wäsche an der Leine. Hier schläft eine Katze. Da steht die Tür zum Wohnzimmer offen und der Fernseher läuft. Auf einer Bank schläft ein älterer Portugiese während die anderen um Geld Karten spielen. In dem Gassengewirr kann man sich leicht verlaufen. Wir halten uns immer abwärts und landen so irgendwann im Fadoviertel und schließlich am Wasser. Traumhaft.

Unseren letzten Abend in Lissabon und umgebung verbringen wir noch einmal im Lissaboner Alfama Viertel und dürfen sogar noch den wunderschönen Fado-Gesang erleben. Überall sind klitzekleine Restaurants mit nur wenigen Tischen. Vor manchen Fado-Restaurants stehen zwei oder drei Tische draußen. Denn den Gesang hört man auch ohne Lautsprecher bis auf die Gassen hinaus. Das Essen ist etwas teurer, aber dafür erhält man die Fado-Darbietung gratis dazu. Man kann auch einfach durch das Viertel schlendern und hört von überall aus fast allen Restaurants diese sentimentalen Melodien. Wunderschön.

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Auf dem Rückweg entdecken wir nicht nur weitere wunderhübsche kleine Plätze sondern auch noch die beste Eisdiele von Lissabon. Sie hat erst seit wenigen Wochen geöffnet und punktet mit sehr kreativen Eissorten wie „Feigen, Walnuss und Portwein“ oder ‚Café Upa Upa‘, die aus Whiskey und Dänischen Keksen besteht.

Das war noch mal ein ganz besonderer Abschluss unserer Woche in Lissabon.

Unser Fazit: Lissabon entdecken geht auf vielfältige Weise. Und es ist so vielseitig, dass jeder für sich seine schönsten Ecken und Plätze finden wird!

Kategorie: On Tour

von

Monika Meurer

Monika und Achim Meurer sind zur Zeit auf der "Walz 2.0": Sie reisen und arbeiten; nur in der modernen Variante. Achim ist gelernter Fotograf und Monika ist leidenschaftliche Schreiberin. Für OLIMAR sind sie auf Madeira, den Azoren und im Herbst 2016 auch auf dem portugiesischen Festland unterwegs und berichten für uns und für ihren eigenen Blog von ihren Erlebnissen.

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