Kunst & Kultur, On Tour
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Zu Besuch in der Keramikfabrik in Lagoa

Kermamikmalerei Keramikfabrik Lagoa

Auf der Azoreninsel São Miguel werden vielleicht dem ein oder anderen diese wunderschönen Straßenschilder aufgefallen sein aus weißen Fliesen mit blauen Mustern. Diese Fliesen sieht man auch in Kirchen oder Kapellen oder an Hauswänden. Häufig mit aufwendigen Szenen bemalt.

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Wer wissen möchte, wo diese gemacht werden, sollte die Keramikfabrik Viera in Lagoa besuchen. Man kann dort fast die gesamte Produktion ansehen.

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Der Lehm kommt von der Insel und wird aber noch mit Wasser angerührt, so dass die perfekte Konsistenz entsteht. Dann kommt er zur Weiterverarbeitung zu den jeweiligen Stationen.

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An einer der ersten Stationen wird der Lehm in Formen gegossen. Hier werden vor allem Hohlkörper gefertigt. Nach dem Gießen muss jedes Teil noch von Hand nachgearbeitet werden, was sehr aufwendig ist. In der Fabrik kann man etliche dieser Formen bewundern.

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An anderer Stelle wird der Ton auf der Scheibe gedreht. Auch hier entstehen wunderschöne Kannen, Tassen oder Vasen. Jedes Teil ist handgemacht. Insgesamt arbeiten 8 Personen in der Fabrik: 7 Frauen und 1 Mann.

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Jedes Teil wird zwei Mal gebrannt. Einmal nach dem Formen und später nach der Bemalung noch einmal.

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Die Tonteile werden dann in Glasur getaucht. Nach dem Trocknen können sie bemalt werden. Die wunderschöne blaue Farbe, die man überall sieht, ist beim Bemalen rosa. Erst später beim Brennen wird sie blau.DSC_7522

Auch die Fliesen werden alle von Hand gefertigt. Sie kommen in kleinen Miniregalen in den Brennofen.

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Die wunderschönen Bilder auf den Fliesen entstehen, indem das Muster auf die Fliesen übertragen wird. Anschließend nimmt der einzige männliche Mitarbeiter im Haus jeweils eine Anzahl Fliesen auf seine Staffelei und trägt die Farbe mit dem Pinsel auf. So arbeitet er Schicht für Schicht an dem Bild. Die restlichen Fliesen liegen in der Zeit unbenutzt auf dem Boden.

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Es ist absolut faszinierend zuzuschauen, wie die jeweiligen Teile entstehen. Egal ob das Formen oder das Bemalen. Es ist so ein schöner kreativer Akt. In der Fabrik herrscht auch eine sehr angenehmen Arbeitsatmosphäre. Auch als Besucher fühlt man sich dort gleich wohl.

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Gearbeitet werden vornehmlich traditionelle Modelle und Muster, doch ab und zu wird auch etwas Neues mit ins Programm genommen. Für bildliche Szenen muss man auch schon mal zwei Monate warten.

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Besonders fasziniert hat uns eine Figur, die immer wieder als Thema vorkam. Eine Frau, die in einen weiten Kapuzenmantel gehüllt ist. Die große Kapuze ist weit ins Gesicht gezogen. So kann man gar nichts von der Person erkennen. Um diese Figur ranken sich verschiedene spannende Geschichten.

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Im angrenzenden kleinen Laden, kann man fast alle Modelle kaufen. Die Preise sind sehr moderat. Ob Fliesen oder Hausnummern, Vasen oder Kerzenhalter alles ist vorhanden. Sogar Krippenfiguren gibt es aus Keramik. Aber auch Gebrauchskeramik findet man. Besonders raffiniert fanden wir einen Teller für Frischkäse.

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Und das Beste ist: Der Eintritt ist frei!

Fotos: Achim Meurer

Kategorie: Kunst & Kultur, On Tour

von

Monika Meurer

Monika und Achim Meurer sind zur Zeit auf der "Walz 2.0": Sie reisen und arbeiten; nur in der modernen Variante. Achim ist gelernter Fotograf und Monika ist leidenschaftliche Schreiberin. Für OLIMAR sind sie auf Madeira, den Azoren und im Herbst 2016 auch auf dem portugiesischen Festland unterwegs und berichten für uns und für ihren eigenen Blog von ihren Erlebnissen.

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