Autor: Kurt Sohnemann

Avocados und Mangos in Andalusien – vom Zuckerrohr zu Tropenfrüchten

Touristen können die Entwicklung in der andalusischen Landwirtschaft kulinarisch nachvollziehen. Maria Herrero hat sich festes Schuhwerk angezogen. Sie weiß den Tücken des steinigen Bodens etwas entgegenzusetzen, wenn sie mit den Gästen ihres Hotels einen kleinen Teil der Wälder durchstreift, die in Europa einzigartig sind. Die Gehölze am südlichen Zipfel Andalusiens sind etwa so groß wie Apfel- und Zwetschgenbäume, tragen aber weit exotischere Früchte. Die Hotelmanagerin klärt auf: „Wir haben hier über viele Jahre Zuckerrohr angebaut. Als dann der Transport der Melasse aus Südamerika nach Europa immer günstiger wurde, konnten wir den Preiskampf nicht mehr gewinnen.“ Die Andalusier wären nicht sie selbst, wenn sie jetzt den Kopf in den kalkhaltigen Boden gesteckt hätten. Sie bauten auf dem kargen Boden in subtropischen Gefilden Früchte an, die einst eine Domäne der Mexikaner und Südamerikaner waren. Der Klimawandel zeigt sich jetzt seit über 30 Jahren von der Sonnenseite für die Bauern in Vélez-Málaga und Umgebung. 12.000 Tonnen Avocados Anstelle der riesigen Plantagen von Olivenhainen durchzieht die Landschaft um Vélez-Málaga eine auffällig üppige Vegetation, die geprägt ist von Avocadobäumen. Von …

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Weinanbau in Andalusien: Auf dem Boden kulinarischen Wachstums

Der Weinanbau hat in den vergangenen Jahren für Andalusien durch seine kontinuierliche Qualitätssteigerung eine neue Dimension erhalten. Der Duft von Rosmarin und die Farben das Mohn und Hibiskus begleiten die Gäste beim Gang über den steinigen Weg zu den Weingärten, die in der Region Sierras de Málaga angelegt sind. Liebevoll sind die einzelnen Reben an Drähten aufgehängt und das satte Grün lässt erkennen, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird. „Wir haben in den vergangenen Jahren enorm aufgeholt und sind mittlerweile in vielen Weinkarten der Welt vertreten“, berichtet Maria Herrero nicht ohne Stolz. Ihre Familie hat Weinanbau mit der Hotellerie verbunden. Der Erfolg ist nicht zu übersehen. Exemplarisch für die 37 Winzer in der Region wird an die Zeit angeknüpft, die von Auszeichnungen zeugt. Der Málaga-Wein ist einer der ältesten und erfolgreichsten der Welt, der seine erste Blütezeit bereits in der Antike hatte. 1223 wurde er am französischen Hof sogar zum „Kardinal unter den Weinen“ gewählt. Aber die Weine der Region, die sich von Vélez-Málaga bis nach Ronda erstreckt, konnten nicht immer an der Spitze …